Verpackungsfrei Einkaufen.

In den letzten Jahren sind Themen wie bewusste Ernährung und ökologischer Lebensstil immer wichtiger für viele Menschen weltweit geworden, so auch in Wien. Von Superfoods, veganer Ernährung bis hin zu bewussterem Einkaufen in ökologischer Hinsicht – der Lebensmittelmarkt befindet sich im Umbruch. Tofu findet man mittlerweile bei Hofer und auch eine große Auswahl an Bio-Produkten gehören zum Standardsortiment der gängigen Supermarkt-Ketten. Doch nicht nur das Essen selbst, sondern die Art des Einkaufens hat sich verändert. Ein Wandel der letzten Jahre geht weg von Plastikverpackungen im Übermaß, hin zu verpackungsarmen bis –freien Lebensmitteln.
Auch der Wiener Markt bietet mittlerweile einige Alternativen zu den Big Playern, wie Billa, Spar und Hofer. Doch für die große Masse ist diese Art einzukaufen noch nicht besonders attraktiv – es ist schlicht noch weit weg von dem gewohnten Einkaufserlebnis. Denn eingekauft wird mit eigenen Glascontainern und Leinen-Taschen von zuhause. Wie so oft, wenn etwas nicht der alltäglichen Norm entspricht, bringt auch diese Art des Konsums viele Vorteile mit sich.

Ich habe  fünf unterschiedliche Locations in Wien besucht und miteinander verglichen.

Lunzers Maß-Greißlerei

Heinestraße 35, 1020 Wien

Der Name ist Programm. Schon beim öffnen der Eingangstür fühlt man sich wie bei einem Alt- Wiener Greißler, wie es heute kaum noch welche gibt. Orientalische Gerüche warten hinter der Eingangstür, denn es ist Mittagszeit. Jeden Tag gibt es gesunde Bio-Menüs, die frisch zubereitet im angeschlossenen Restaurant angeboten werden. Der Rest des Lokals ist für den Verkauf gedacht. Man findet wirklich alles, was man sich nur wünschen kann. Eine große Auswahl an Tees, Nüssen, Trockenware, kann mit eigens mitgebrachten, oder dort gekauften Leinen-Taschen nach Bedarf abgefüllt werden.

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In der Ecke surrt ein großes Kühlregal mit saisonalem Obst und Gemüse aus der Region und direkt anschließend eine kleine Fleisch- und Käsetheke. Im hinteren Teil von Lunzers findet man Haushaltsprodukte, wie abfüllbare Seife, und erneut ein Kühlregal mit einzelnen Eiern, Milch und Joghurt in Glasflaschen. Die Flaschen werden mit Pfand verkauft, der zurückerstattet wird wenn man diese beim nächsten Einkauf wieder mitbringt. Wer Fragen hat, findet bei den netten Verkäuferinnen ausführliche und informative Antworten. Bei meinem Besuch wird mir genau erklärt, dass auch bei der Lieferung auf umweltschonende Maßnahmen geachtet wird. Das Meiste wird in Papier geliefert und nur in seltensten Fällen Plastik.

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Der Greißler

Albertgasse 19, 1080 Wien

Neben Lunzers ist Der Greißler im 8. Bezirk der zweite verpackungsfreie Supermarkt in Wien. Auch hier ist das Greißler-Prinzip spürbar. Auffallend ist im direkten Vergleich allerdings die Größe, denn hier ist es nur ein kleiner Raum und somit auch deutlich weniger Auswahl. Doch auch hier findet man regionales Gemüse und Obst in Holzregalen und im hinteren Teil Trockenware aller Art. Es ist ruhig und nur ein Verkäufer befindet sich im Laden, wodurch ich die Stimmung zugegebener Maßen eher trocken und ungemütlich empfand. An einer kleinen Theke beim Eingang erhält man auch hier Käse und Fleischprodukte und im hinteren Teil weitere Milchprodukte. Großes Manko allerdings der Preis.

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Auch wenn bei jedem Produkt die Herkunft und Bio-Qualität sehr genau gekennzeichnet wird, ist die Ware deutlich teuer als bei den anderen getesteten Einkaufsmöglichkeiten. Es scheint fast so, als würde man hier mehr für das Konzept bezahlen, als für die Ware selbst. Wer sich von den Preisen nicht abschrecken lässt, findet hier trotzdem eine gute Auswahl an regionalen Produkten guter Qualität. Vielleicht nicht unbedingt etwas, für den wöchentlichen Einkauf, aber hin und wieder sicher eine Option.

Maran Vegan

Stumpergasse 57, 1060 Wien

Maran Vegan ist die erste Zwischenlösung dieser Testreihe, denn es handelt sich hierbei um einen veganen Einzelhandel, der verpackungsfreier Obst und Gemüse anbietet und außerdem Trockenware. Die Auswahl fällt kleiner aus, vor allem da hauptsächlich Nüsse und Linsensorten abfüllbar sind. Neben einigen weiteren Trockenfrüchten sucht man nach Getreide, Milchprodukten und anderem vergeblich – zumindest verpackungsfrei. Wer allerdings nicht gleich rein verpackungsfrei einkaufen möchte, ist hier gut bedient. Ähnlich wie bei Lunzers kann man hier nicht nur einkaufen, sondern auch gesund essen. Täglich gibt es neue Gerichte, zum mitnehmen oder vor Ort genießen.

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Veganz

Margaretenstraße 44, 1040 Wien

Veganz in der Margaretenstraße ist Teil einer deutschen Supermarktkette, die sich auf den Vertrieb von veganen Produkten spezialisiert hat und mittlerweile auch eigene Produkte in ihren Geschäften und hierzulande bei Spar vertreibt. Teilweise kann man allerdings auch hier verpackungsfrei, oder zumindest verpackungsarm einkaufen.

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Regionales Gemüse und Obst ist nämlich auch hier einzeln erhältlich und kann entweder in eigenen Taschen, oder Papiertüten transportiert werden. Das hat den großen Vorteil, nur so viel einzukaufen, wie man auch wirklich braucht und verbrauchen kann, was wiederrum Geld und Lebensmittel spart. Auch Trockenware ist hier zum Abfüllen bereitgestellt, allerdings nur eine kleiner Auswahl. Dennoch eignet sich Veganz besonders für Einsteiger, die bemüht sind, verpackungsärmer einzukaufen.

Denn ́s Biomarkt

Alserstraße 28-30, 1090 Wien

Ähnlich wie bei Veganz bieten auch einige Filialen von Denn ́s Biomärkten teilweise verpackungsfreie Optionen. Gemüse und Obst sind einzeln zu kaufen und es gibt, allerdings ein sehr kleines, Angebot an Trockenprodukten. Da aber bei herkömmlichen Supermärkten besonders Gemüse und Obst mit sehr viel Plastik verpackt ist, zahlt es sich mit Sicherheit aus, zumindest hierbei auf verpackungsarme Optionen zurückzugreifen.

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Fazit

Wien bietet viele Möglichkeiten sich mit verpackungsarmen Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Ob man dies nun bei jedem Einkauf anwenden möchte, oder aber nur hin und wieder auf plastikarme Verpackungen zurückgreift, bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist allerdings, dass es besonders bei Obst, Gemüse und Trockenware weit mehr Optionen gibt, als man vermuten möchte und das in vielen Ecken Wiens. Außerdem bedeutet verpackungsfrei mit Sicherheit nicht teuer, wenn man Preise vergleicht. Wer auf Bio-Qualität achtet, wird keine großen preislichen Unterschiede zu herkömmlichen Ketten wie Billa feststellen können. Wenn Sie also bei Ihrem nächsten Einkauf alles auspacken und auf den Haufen Plastik und Papier vor Ihnen blicken, wissen Sie nun, dass es mehr als nur eine Alternative gibt.


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