Feminismus ohne wenn und aber.

Feminismus.

Es ist ein großes Wort, vor dem viele Menschen Angst haben sich damit zu identifizieren. Andere schreien es umso lauter und eine große Zahl an Frauen und auch Männern schwimmen irgendwo dazwischen. Es ist keine leichte Aufgabe über ein so komplexes und vielschichtiges Thema wie Feminismus zu sprechen und daher auch zu schreiben. Es gibt so viele Aspekte und wie ich schon einmal erwähnt habe:

Feminismus ist für jedeN was!

Doch momentan liest und hört man das Wort oft in Zusammenhang mit einem deutschen Gerichtsprozess: Der Fall Gina Lisa Lohfink.

Ich versuche nun, den Hintergrund sinngemäß zusammenzufassen, rate aber stark an,  sich hier oder hier genauer in die Situation einzulesen. Bereits im Jahr 2012 zog ein Video seine Runden in denen die 29- Jährige Reality TV- Persönlichkeit Gina Lisa beim Sex mit zwei Männern zu sehen war. In diesem Video ist deutlich erkenn und hörbar, dass dieser Akt nicht auf Konsens beruhte. „Nein“ und „hör auf“ sind deutlich zu hören.

Ein klarer Fall von Vergewaltigung … sollte man meinen. Doch das sieht die deutsche Justiz und vor allem die zuständige Richterin anders, als Gina den Fall vor Gericht bringt. Das Blatt wendet sich und die Klägerin wird zu Angeklagten. Wegen „Unglaubwürdigkeit“ und falscher Verdächtigung soll sie nun 24.000 € bezahlen.

Hier wird der Prozess nun auf eine neue Ebene gehoben. Denn dies ist leider kein Einzelfall im deutschen Rechtsapparat. Im Vergleich zu Österreich ist Deutschland nicht Unterstützer der sogenannten „Istanbul- Konvention“, welche bestimmt, dass „jede Art von nicht vernehmlichen Sex unter Strafe zu stellen ist“(Zitat Standard.at).

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Wie kann so etwas in einem der fortschrittlichsten Länder der Welt keine Selbstverständlichkeit sein? Gina Lisa steht nun an der Front des Kampfs für eine Reform des Sexualstrafrechts. Einer längst überfälligen Reform.

Vergewaltigung ist kein Kavaliersdelikt und oftmals werden die Opfer selbst auch noch zu Opfern der Justiz. Einer Frau (in selten Fällen auch Männern) nach so einer unfassbar grausamen Erfahrung vorzuhalten, nicht die Wahrheit zu sagen – wer nimmt sich dieser Recht? Fakten und Beweise liegen vor – die Entscheidung sollte klar sein.

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Wenn man den Blick nach Amerika wendet, ist dies nicht nur ein Problem, dass Deutschland betrifft. Erst vor einigen Tagen wurde Brock Turner wegen Vergewaltigung mit unglaubliche 6 Monate Freiheitsentzug bestraft. 6 Monate. (Einen spannender Artikel dazu findet ihr hier.) Das im Umgang mit Sexualstraftaten in unserer Welt so einiges nicht richtig und gerecht abläuft, muss ich an dieser Stelle wohl nicht mehr betonen.

Nein heißt nein. Das muss ausreichen.

Es braucht Menschen, die aufstehen und der Justiz und dem Staat zeigen, dass es so nicht weitergehen kann und nicht darf. Victim shaming ist leider viel zu oft Realität und betrifft nicht nur Prominente, die stark genug sind, sich zu wehren und an die Öffentlichkeit zu gehen. Nein heißt nein und muss ausreichen, um seine Rechte geltend zu machen. Genau für diese Stimme haben Generationen vor uns so hart gekämpft.

Egal ob Frau, Mann, Transgender, jung, alt, und alles dazwischen: Ungerechtigkeiten müssen angesprochen und diskutiert werden. Feminismus ist keine Option, sondern der einzig richtige Weg für eine Welt mit Gleichberechtigung für alle. Ohne wenn und aber. 

#TeamGinaLisa

Hier noch zwei weitere interessante Artikel zu diesem Thema:

  • Ein Kommentar der Bloggerin Lina Mallon aus einem ganz anderen Blickwinkel – sehr aufschlussreich!
  • Ein Kommentar des Spiegel Autors Philipp Jessen

 

Bilder via Pinterest.

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