Wie geht´s dir?

Diese Phrase hören wir mehrmals täglich. Doch antworten wir wirklich ehrlich und stellen wir sie anderen eigentlich um eine ehrliche Antwort zu erhalten?

An manchen Tagen geht es einem gut und an anderen nicht – so ist das Leben. Das ist jedem bewusst. Die 3 (eigentlich 4) kleinen Wörter sind in unseren Alltag integriert und der Beginn von fast jeder Konversation. Sie wird zum höflichen Einstieg für all das, was uns wirklich interessiert.

Und genau hier liegt mein Punkt: Wir wollen nicht wissen wie es dem anderen geht.

Zumindest meistens nicht. Die Frage rutscht einfach so aus uns heraus und bei der Standard Antwort (Mir gehts gut, und selbst?) fokussieren wir uns eigentlich schon auf unsere darauf folgende Antwort (Ja mir auch, danke.) und hören gar nicht auf den anderen.

Es wird erwartet das man einfach nur mit einer kurzen Antwort entgegnet und dann schnell zu weiterem Informationsausstausch übergeht. Aber was wenn es mir nicht gut? Und ich dir das mitteilen will?

„Na wie gehts dir?“ 

„Super schlecht um ehrlich zu sein. Meine Woche war total sch****.“

„…“

Ohne darüber nachzudenken werden alle Menschen diese Konversation automatisch als unangenehm empfinden. Vor allem wenn man seinem Gegenüber nicht besonders nahe steht. Aber genau das stört mich. Ich muss meine Probleme nicht jeder Person der ich begegne auf´s Auge drücken, aber wenn du mich fragst wie es mir geht, dann werde ich´s dir sagen.

Ich finde es faszinierend, wie schockiert und irritiert die meisten Menschen sind, wenn man ehrlich auf die Floskel „Wie geht´s dir?“ antwortet. Ja, wir wollen uns miteinander austauschen und Kontakte knüpfen, aber nein, wirklich interessieren tut es uns meistens nicht, oder aber die plötzlich entstehende intime Konversation wird unangenehm.

Das ist etwas was mich die letzte Woche etwas irritiert hat um ehrlich zu sein. Und zwar genau deshalb, weil ich dem anderen ins Gesicht grinse und mich sagen höre „Mir geht´s super“. Und das nur weil ich weiß, dass es von mir erwartet wird. Und was sich wirklich in mir abspielt, ist eigentlich unwichtig. Die Menschen mögen nun mal keine Ehrlichkeit, wenn diese nicht schön ist.

Und ich für meinen Teil habe entschieden, dass ich nicht immer höflich sein will.

Wenn ich es für angemessen halte, werde ich ehrlich sagen wie es mir geht. Weil es gibt Zeiten, da geht es einem schlecht und ich persönlich finde es unangenehmer, mich zu verstellen, weil es von der Gesellschaft eben so erwartet wird, als meinen Gegenüber kurz vor den Kopf zu stoßen.

Vielleicht hat euch dieser Text inspiriert einfach mal wieder ehrlich jemand zu fragen wie deren Tag war oder was denn gerade so in deren Kopf herumschwirrt. Wenn es dir wichtig ist, dann frag nach, aber bitte nicht nur aus Höflichkeit.

x tamara natalie

 

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