Was studierst du nochmal?

Über das Publizistik- und Kommunikationswissenschafts- Studium gibt es so einige Vorurteile. Vor allem viele negative, gemischt mit ein paar positiven, aber vor allem eine Frage ist vorherrschend:

Was zum Teufel studiert man bei Publizistik?

Eine ganz einfache Antwort, die ich oft gebe, wenn ich keine Lust auf langwierige Erklärungen habe: Alles, was mit Medien zu tun hat. Aber ganz so einfach ist es halt leider auch nicht.

Ich hätte mir damals, als es um meine persönliche Entscheidung für ein Studium ging, gewünscht, dass mir jemand wirklich erklären hätte können, um was es bei diesem Studium geht. Deshalb hier eine kleine Zusammenfassung von mir.

Beginnen wir doch mit den allseits beliebten und verbreiteten Vorurteilen (bei welchem Studium gibt es sie nicht). Da ist so ziemlich alles dabei, was man sich denken kann: lauter prädestinierte Studienabbrecher, keine späteren Jobaussichten, man muss nichts tun und nie wirklich lernen und allgemein ist das Studium bloß ein riesiger Haufen an StudentenInnen, die eigentlich keine Ahnung haben, was sie werden wollen oder mit diesem Studium anfangen können.

Ich muss zugeben, dass in den meisten Punkten vielleicht ein Fünkchen Wahrheit steckt. Aber im Großen und Ganzen bleiben sie Vorurteile.

Hier ein kleiner Reality Check:

1.Ja, es sind wirklich viele StudentInnen.

Sau viele sogar, besonders am Anfang. Aber von Monat zu Monat und vor Allem nach der ersten STEOP Phase lichten sich die Reihen im Audimax und in den Tutorien. Ich bin jetzt im 3. Semester und sehe immer noch mehr unbekannte Gesichter, als bekannte. Aber immerhin sind ein paar Leute, die man immer wieder sieht (on and off campus) und besonders durch die Kleingruppen lernt man wirklich schnell Menschen kennen.

2. Der/die typische Publizistik- StudentIn

70% sind weiblich – also für alle, die an Frauen interessiert sind: Hier gibt es sie haufenweise. Die paar Jungs, die sich aber doch in dieses Studium verirren, stehen diesen aber in einem Punkt um nichts nach: Die meisten sind sehr kommunikativ (duh?!). Man findet aufgrund der Massen mit Sicherheit mindesten 3 Leute, mit denen man klar kommt und gern auf das ein oder andere Bier geht. Altersmäßig ist so ziemlich alles dabei. Viele WienerInnen findet man hier nicht, was ich als Vorteil empfinde. Ich bin zwar hier aufgewachsen, aber ich habe fast ausschließlich Freunde auf der Uni, die nicht aus Wien sind. So kann man die Stadt nochmal ganz neu kennenlernen.

3. Party, Party. Lernen, Lernen.

Ja auch wir sind ganz normale Studenten, die gerne feiern. Aber wie alle anderen auch, müssen wir unseren Alkoholkonsum und Lust auf Partyexzesse in den Prüfungsphasen etwas zurückschrauben. Man will es vielleicht nicht glauben, aber im Publizistik- Studium gibt es auch Prüfungen und vor allem ganz viele Abgabefristen für Semesterprojekte. Nach diesen Zeiten wird dann aber wieder richtig Gas gegeben und man belohnt sich selbst mit ein paar langen Nächten und vor allem viel Flüssigem und das mit allen anderen Studierenden in Wien, die das Gleiche hinter sich haben.

4. Praxis und Studium – das geht?

Ja. Beziehungsweise teilweise.

Für ein Studium an einer Universität empfinde ich den Lernplan als ziemlich praxisorientiert. Durch sogenannte Praxisfelder kann man sich spezialisieren und wird in Kleingruppen von Vortragenden aus jeweiligen Branche unterrichtet. Oft auch von Studenten aus höheren Semestern, die genau wissen, was man durchmacht. Im Angebot steht hier: TV, Hörfunk, Printjournalismus, Multimediajournalismus, Werbung, PR, Markt- und Meinungsforschung, Feministische Kommunikationsforschung, Kommunikationsforschung und historische Kommunikationsforschung. Da sollte wirklich für jedeN etwas dabei sein. Leute aus dem Feld, erklären was später im Job einmal wichtig ist und man hat auch die Chance schon im Studium Kontakte zu knüpfen. Nicht zu unterschätzen ist der Aufwand, den man betreiben muss. Ich mache jetzt im Studium sicher mehr Aufgaben, als zu meiner Schulzeit. Aber die meiste Arbeit stellt sich als gute Übung heraus und ist daher durchaus positiv, finde ich.

5. Eigeninitiative ist key.

Alles in Allem bleibt es aber ein universitäres Studium. Das bedeutet, ohne Praxiserfahrung (Praktika, Nebenjobs) wird man nicht besonders weit kommen. Die Medienbranche ist riesig, aber es gibt Jobs. Egal, wie oft man etwas anderes hören wird (und das hört man im Studium oft genug – sehr motivierend), dass es sie nicht gibt. Vorteil hierbei ist, dass die Vorlesungen keine Anwesenheits- Pflicht haben und so lassen sich Nebenjobs gut mit dem Uni- Alltag vereinbaren.

Fazit

Das Studium ist das, was man daraus macht.

Das bezieht sich nicht nur auf Publizistik. Aber es ist mit Sicherheit ein sehr offenes und freundliches Studium. Der Konkurrenzkampf wird mehr in die spätere Arbeitswelt verschoben und die Menschen und die Atmosphäre machen für mich persönlich einen großen Pluspunkt aus. Die Themen sind größtenteils sehr aktuell und Publizistik gehört mit Sicherheit zu einem der modernsten Studiengänge (Themenbereiche, aber auch im Bezug auf Lehrstuhl und Institutsausstattung – das ist echt richtig schön!), was auch mit der sich ständig entwickelnden Medienbranche zusammenhängt.

Tipp für alle Interessierten: setzt euch einfach in Vorlesungen, diese sind öffentlich zugänglich und fragt Leute in eurem Umfeld ruhig aus. Die meisten Publizistik StudentInnen reden sowieso gerne 😉

Noch Fragen? Anregungen? Eigene Erfahrungen? Schreibt mir gerne in den Kommentaren euer Feedback!

x tamara natalie

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